Gemeindeverband Vechelde

Mittelstand im Mittelpunkt:

CDU und MIT zu Gast bei der Gärtnerei Berking in Denstorf

Denstorf. Wie können mittelständische Unternehmen vor Ort gestärkt, bürokratische Belastungen reduziert und die Kommunen bei ihren stetig wachsenden Aufgaben besser unterstützt werden? Um diese und weitere aktuelle politische Fragen ging es bei einer Betriebsbesichtigung der traditionsreichen Gärtnerei Berking in Denstorf. Auf Einladung der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) kamen dort der Bundestagsabgeordnete Alexander Jordan, Landratskandidat Carsten Lauenstein und Vecheldes Bürgermeisterkandidat Enrico Jahn mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik ins Gespräch.

Im Mittelpunkt stand zunächst der Familienbetrieb selbst. Sabine und Thomas Nebe, die die Gärtnerei in dritter Generation führen, gaben Einblicke in das Unternehmen, das seit mehr als 75 Jahren in Denstorf ansässig ist. Auf rund 3000 Quadratmetern Verkaufs- und Gewächshausfläche bietet die Gärtnerei ein breites Sortiment von Topf-, Beet- und Balkonpflanzen über Stauden bis hin zu Floristik und Dekoration.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Gäste von der engen Verbundenheit der Familie Nebe mit ihrem Betrieb und ihren Beschäftigten. Rund 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehören zum Team, einige davon bereits seit mehr als 30 Jahren. Auch bei der Pflanzenproduktion setzt das Unternehmen auf nachhaltige Lösungen: Gegen Schädlinge kommen unter den Glasdächern unter anderem Florfliegen, Marienkäfer und Schlupfwespen zum Einsatz.

„Die Gärtnerei Berking zeigt eindrucksvoll, was unseren Mittelstand ausmacht: unternehmerischer Mut, Verantwortung für die Mitarbeiter, Verbundenheit mit dem Ort und vor allem unglaublich viel Herzblut für den eigenen Beruf“, betonte Enrico Jahn. „Solche familiengeführten Unternehmen sind nicht nur Arbeitgeber. Sie gehören zu einem Ort, prägen ihn und machen unsere Gemeinde lebenswert.“

Beim anschließenden politischen Austausch berichtete Alexander Jordan über aktuelle Schwerpunkte der Bundespolitik. Dabei ging es unter anderem um die Gesundheitspolitik und die anstehenden Reformvorhaben der Bundesregierung sowie um den geplanten Weiterbau der A39 in Richtung Norden. Zugleich nahm die Situation des Mittelstands breiten Raum ein. Diskutiert wurde insbesondere darüber, wie bürokratische Belastungen reduziert und mittelständischen Betrieben wieder mehr Freiräume für ihre eigentliche unternehmerische Tätigkeit gegeben werden können.

Carsten Lauenstein und Enrico Jahn machten dabei insbesondere auf die Situation von Landkreisen, Städten und Gemeinden aufmerksam. In den vergangenen Jahren seien immer mehr Aufgaben auf die kommunale Ebene übertragen worden, ohne dass aus ihrer Sicht die dafür notwendigen finanziellen Mittel im gleichen Maße mitgewachsen seien.

„Wer den Kommunen neue Aufgaben überträgt, muss ihnen auch die finanziellen Möglichkeiten geben, diese vernünftig zu erfüllen“, erklärte Lauenstein. „Am Ende erwarten die Bürgerinnen und Bürger zu Recht, dass Landkreis und Gemeinden funktionieren. Dafür brauchen wir eine faire und verlässliche Finanzierung.“

Jahn ergänzte: „Das betrifft unmittelbar auch unsere örtliche Wirtschaft. Leistungsfähige Kommunen brauchen finanzielle Handlungsspielräume für Infrastruktur, Schulen, Kinderbetreuung und gute Standortbedingungen. Gleichzeitig müssen wir auf allen politischen Ebenen dafür sorgen, dass unsere mittelständischen Betriebe nicht immer mehr Zeit und Personal für Bürokratie aufwenden müssen.“

Alexander Jordan führte den Austausch konstruktiv und sagte zu, verschiedene angesprochene Punkte und Anregungen aus dem Gespräch mit nach Berlin zu nehmen.

Für die Teilnehmer machte der Besuch zugleich deutlich, welchen Stellenwert inhabergeführte Betriebe für die Gemeinde Vechelde haben. „Gerade im Wahlkampf ist es wichtig, nicht nur über Wirtschaft und Mittelstand zu sprechen, sondern in die Betriebe zu gehen, zuzuhören und sich anzusehen, unter welchen Bedingungen dort täglich gearbeitet wird“, so Jahn.

Ein besonderer Dank galt Sabine und Thomas Nebe und ihrer Familie für die Gastfreundschaft und den offenen Einblick in die Gärtnerei. „Hier merkt man sofort: Die Freude am Grün ist nicht nur ein Slogan. Sie wird von der Familie Nebe und ihrem gesamten Team gelebt. Mit dieser Leidenschaft haben sie in Denstorf über Generationen etwas ganz Besonderes geschaffen“, so Jahn.

Ausgerichtet wurde die Veranstaltung von der Mittelstands- und Wirtschaftsunion. Für einen herzhaften Imbiss sorgte die Fleischerei Brandes.